Tipps zur Immobilienbesichtigung

Bauqualität, Werterhalt, Grundstücksrechte, Wiederverkaufswert – beim Immobilienkauf steht viel auf dem Spiel. Was Sie bei Ihrer Besichtigung richtig machen können, lesen Sie hier.

Wenn Sie eine Immobilie besichtigen, sollten Sie immer genau hinsehen und sich nicht auf Ihr Bauchgefühl verlassen. Bei aller Vorfreude und Euphorie werden bei der Besichtigung Schäden und Baumängel leicht übersehen. Für den Laien sind nur etwa fünf Prozent aller Bauschäden und Mängel an einer Immobilie auf den ersten Blick erkennbar – egal wie viele Augen Sie mitbringen. Die häufigsten Mängel sind Planungs- und Ausführungsfehler.

Faustregel: Ist der erste Eindruck positiv, sollten Sie sich immer auch über den baulichen Zustand der Immobilie informieren.

Sollte sich in Ihrem Bekanntenkreis niemand finden, der Sie in bautechnischen und rechtlichen Fragen unterstützen kann, holen Sie sich Unterstützung von einem zertifizierten Bausachverständigen.

Wenn man als Sachverständiger täglich mit Planungs- und Ausführungsfehler konfrontiert wird, kennt man die „Schwachpunkte“, die ein Risiko darstellen.

Ortstermin durchführen

Lassen Sie sich bei der Besichtigung nicht unter Zeitdruck setzen oder durch gegebenenfalls weitere Interessenten ablenken, im Zweifelsfall vereinbaren Sie einen zweiten Besichtigungstermin mit Ihrem Immobilienmakler.

Besichtigen sollten Sie eine Immobilie unter „normalen“ Tageslichtverhältnissen, d. h. Unregelmäßigkeiten, die durch seitlichen Einfall von natürlichem Sonnenlicht zeitlich begrenzt sichtbar werden, sind in der Regel hinzunehmen. Künstliches Streiflicht (Beleuchtung) ist zur Besichtigung bzw. Prüfung ungeeignet. Auch ist bei der Außenbesichtigung der Immobilie die Lage der Lichtquelle wichtig. Beispiel: Eine Lichtquelle (Sonne) „von oben“ lässt Vor- und Rücksprünge innerhalb der Fassade deutlicher erscheinen als eine Lichtquelle „im Rücken“.

Bei der Erstellung von Gutachten (Gerichtsgutachten), insbesondere auch für die Verkehrswertermittlung nach ImmoWertV (Immobilienwertermittlungsverordnung), besichtige ich Immobilien zu unterschiedlichen Tageszeiten, um zum Beispiel unterschiedliche Umwelteinflüsse oder Verkehrseinflüsse wahrzunehmen. Diese Vorgehensweise würde ich Ihnen ebenfalls empfehlen.

Typische Schäden und Mängel

In jeder älteren und neuen Immobilie verbergen sich Schäden und Mängel.

Zum Beispiel: Ein Feuchter Keller, verfärbter Putz, Schimmel, Rissbildung, Hausschwamm, muffige Gerüche, schadhafte Bauteile, Feuchtigkeitsschäden, fehlerhafte Abdichtungen oder Holzmehl auf dem Dachboden liefern Hinweise auf Bauschäden. Dahinter stecken oft größere Baumängel, die sehr hohe Sanierungskosten verursachen.

Bei der Besichtigung sollten Sie sich auf keinen Fall auf die Angaben des Verkäufers verlassen, denn dieser möchte in der Regel schnell verkaufen und weiß über die Mängel mitunter selbst nicht Bescheid.

Auch bei Sondereigentum (Eigentumswohnung) oder Teileigentum ist es ebenfalls wichtig, dass gesamte Gebäude zu betrachten. Schließlich haften Sie auch anteilig für das Gemeinschaftseigentum. Ist es also erforderlich, dass die Balkone saniert werden müssen, werden Sie ebenfalls zur Kasse gebeten.

Hinweis: Baupfusch kostet Bauherren jährlich 1,4 Milliarden Euro. Jeder Neubau hat laut Studien durchschnittlich 21 Problemstellen, deren Beseitigung später schnell bis zu 10 Prozent der Bausumme kostet. Für Immobilienbesitzer, die erst kürzlich gebaut haben, ist es wichtig zu wissen, dass die Gewährleistungsfrist lt. BGB mit Vollendung des fünften Jahres nach Bauabnahme abläuft. Hier sollte man rechtzeitig eine Objekt- oder Hausbegehung mit einem Sachverständigen/Gutachter durchführen, um eventuell erkennbare Schäden vor Ablauf der 5-Jahres-Frist geltend machen zu können.

Absicherung

Auf der sicheren Seite sind Sie als Immobilienkäufer mit einer Ankaufberatung für Immobilien eines unabhängigen und zertifizierten Sachverständigen. Wenn Sie nach einer ersten Besichtigung von einem Haus überzeugt sind, empfiehlt es sich, einen zweiten Termin gemeinsam mit einem Baugutachter wahrzunehmen.

Damit Sie als zukünftiger Immobilienkäufer nicht im Dunkel tappen und zu viel für Ihre Immobilie bezahlen, habe ich ein spezielles Angebot für Sie auf meiner Internetseite zusammengestellt.

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