Sie haben Ihren Grundschuldbrief verloren?

Bei Verlust des Grundpfandbriefes ist es unumgänglich, ein Aufgebotsverfahren beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen. Der Pfandbrief wird mit eidesstattlicher Versicherung für kraftlos („da z.B. verloren“) erklärt. Das Aufgebotsverfahren kann leider nicht umgangen werden.

Beim Aufgebotsverfahren handelt es sich um eine öffentliche gerichtliche Aufforderung zur Anmeldung von Ansprüchen oder Rechten. Das Verfahren ist in § 946 bis 1024 ZPO geregelt. Das Aufgebotsverfahren gehört an und für sich zur Zuständigkeit der AG. Um ein Aufgebotsverfahren letztlich betreiben zu können, müssen zunächst folgende Voraussetzungen vorliegen:

Der Gläubiger muss zunächst über die Berechtigung verfügen, anstelle des Schuldners einen entsprechenden Antrag zu stellen. Seine Antragsbefugnis muss der Gläubiger bei Einleitung eines entsprechenden Verfahrens nachweisen (Vordruck Notar). Hierzu muss der Gläubiger zuerst den Anspruch des Schuldners auf Durchführung des Aufgebotsverfahrens nach einem Verlust der zugrunde liegenden Urkunde pfänden.

Die Bearbeitung und Abwicklung des Aufgebotsverfahrens bei Grundstücksgeschäften erfolgt in der Regel über den Notar. Vom Verkäufer oder Käufer muss also nicht viel unternommen werden.

Das Gericht nimmt nach Prüfung der Zulässigkeit und Begründetheit des Antrages eine öffentliche Bekanntmachung des Aufgebots vor. Diese erfolgt durch Anheftung an die Gerichtstafel und Veröffentlichung im Bundesanzeiger. Das Gericht legt dann eine Aufgebotsfrist fest, innerhalb derer Betroffene ihre Rechte anmelden müssen. Diese beträgt mindestens 6 Monate nach ZPO. Darüber hinaus können weitere Veröffentlichungen, z.B. in Tageszeitungen, angeordnet werden.

Da die Frist mindestens 6 Monate dauert, ist mit einer Bearbeitungszeit von min. 6-12 Monaten zu rechnen.

Der Verkauf des Grundstücks kann trotzdem problemlos durchgeführt werden. Der Besitz geht mit Kaufpreiszahlung an die Erwerber über, sodass diese über das Grundstück verfügen (z. B. vermieten oder bebauen etc.) können. Die Umschreibung ins Grundbuch (Eigentumsumschreibung) erfolgt jedoch erst nach Abwicklung des Aufgebotsverfahrens.

Der Notar ist verpflichtet, ein Sicherheitsbetrag auf dem Notaranderkonto einzubehalten. Hier wird etwa ein Wert von 40 Prozent des Nennwertes in Ansatz gebracht. Die Kosten sind von Notar zu Notar unterschiedlich. Das Notariat kann Ihnen aber vorher die Kosten mitteilen.

Selbstverständlich bin ich Ihnen als Immobilienkaufmann gerne beim Verkauf behilflich. Rufen Sie mich einfach unverbindlich an.

 

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