Information zur Grunderwerbsteuer

Auf was muss Grunderwerbsteuer gezahlt werden?
Wer in Deutschland ein unbebautes oder bebautes Grundstück kaufen möchte, muss nach dem Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) eine Grunderwerbsteuer zahlen. Der Grunderwerbsteuer unterliegen aber auch noch weitere Rechtsvorgänge, soweit sie sich auf inländische Grundstücke beziehen (z. B. Zwangsversteigerung).

Unter Grundstücken im Sinne dieses Gesetzes sind Grundstücke im Sinne des bürgerlichen Rechts zu verstehen. Bezieht sich ein Rechtsvorgang auf mehrere Grundstücke, die zu einer wirtschaftlichen Einheit gehören, so werden diese Grundstücke als ein Grundstück behandelt. Dinglich gesicherte Sondernutzungsrechte (z. B. Gartenfläche bei einer Eigentumswohnung) im Sinne des § 15 des Wohnungseigentumsgesetzes und des § 1010 des Bürgerlichen Gesetzbuchs werden nicht zu den Grundstücken gerechnet.


Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?
Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist in den jeweiligen Bundesländern unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen (NRW) beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 % (Stand 2016).


Wann muss keine Grunderwerbsteuer bezahlt werden?
Sie müssen keine Grunderwerbsteuer zahlen bzw. sind von der Besteuerung ausgenommen, wenn zum Beispiel

- der Erwerb eines Grundstücks, den für die Berechnung der Steuer maßgebende Wert in Höhe von 2.500 Euro nicht übersteigt;

- der Grundstückserwerb von Todes wegen und Grundstücksschenkungen unter Lebenden im Sinne des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes

- der Grundstückserwerb durch den Ehegatten oder den Lebenspartner des Veräußerers erfolgt;

- der Grundstückserwerb durch den früheren Ehegatten des Veräußerers im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung erfolgt;

- der Grundstückserwerb durch den früheren Lebenspartner des Veräußerers im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Aufhebung der Lebenspartnerschaft erfolgt;

- der Erwerb eines Grundstücks durch Personen, die mit dem Veräußerer in gerader Linie verwandt sind oder deren Verwandtschaft durch die Annahme als Kind bürgerlichrechtlich erloschen ist, erfolgt. Den Abkömmlingen stehen die Stiefkinder gleich.


Wann muss die Grunderwerbsteuer bezahlt werden?
Die Grunderwerbsteuer muss innerhalb von einem Monat bezahlt werden. Wenn Sie die Steuern nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages zahlen, ist für jeden angefangenen Monat der Säumnis ein Säumniszuschlag (etwa 1 – 2 %) des rückständigen Steuerbetrags zu entrichten.


Wie lange ist die Einspruchsfrist?
Die Frist für die Einlegung des Einspruchs beträgt einen Monat. Sie beginnt mit Ablauf des Tages, an dem Ihnen der Bescheid bekannt gegeben worden ist. Auch wenn Sie Einspruch einlegen, müssen die angeforderten Beträge fristgemäß gezahlt werden, es sei denn, dass die Vollziehung des Bescheids ausgesetzt oder Stundung gewährt worden ist.


Warum ist die Unbedenklichkeitsbescheinigung erforderlich?
Der Erwerber eines Grundstücks darf in das Grundbuch erst dann eingetragen werden, wenn eine Bescheinigung des für die Besteuerung zuständigen Finanzamts vorgelegt wird oder Bescheinigungen der für die Besteuerung zuständigen Finanzämter vorgelegt werden, dass der Eintragung steuerliche Bedenken nicht entgegenstehen (Unbedenklichkeitsbescheinigung).
Quelle. Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG)
Stand: Juli 2016

Patrick Marcinek
Immobilienmaker & Sachverständiger

 

 

 

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